Geschichte

Kurzbiographie und Zitate des „Grand Old Man“ aus Rhöndorf

Konrad Adenauer (1876-1967) Erster Bundeskanzler der BRD (1949-63)

 

Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht

 

"Es gibt zwei Wege für den politischen Aufstieg: Entweder man paßt sich an oder man legt sich quer"

Der Namensgeber unserer Schule wurde am 05.01.1876 in Köln als Sohn eines Justizbeamten geboren und wuchs in einer kinderreichen, streng katholischen Familie auf und studierte nach dem Abitur Rechts- und Staatswissenschaften. Den Grundstein seiner politischen Karriere legte er durch seine Beschäftigung bei der Kölner Staatsanwaltschaft und als Vorsitzender der Zentrumsfraktion im Stadtparlament. 1917 wurde er zum bislang jüngsten Oberbürgermeister Kölns gewählt. Seinen raschen Aufstieg verdankte er auch der Eheschließung mit Emma Weyer, deren Familie zur Kölner Oberschicht zählte.Als Oberbürgermeister wollte er die Stadt zu einer rheinischen Metropole ausbauen lassen. So wurden neue Hafenanlagen und die Messehallen in Deutz errichtet, die Kölner Universität und Werkschulen eröffnet, sowie Grünflächen rund um den Stadtkern angelegt. Während dieser Zeit war er mehrfach für das Reichskanzleramt der Weimarer Republik im Gespräch.

"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont"

Nach der Ernennung Adolf Hitlers am 30.01.1933 zum Reichskanzler, beweist Adenauer Mut und Charakterstärke: Im Februar 1933 ist er nicht bereit, Hitler zu empfangen, und lässt Hakenkreuzfahnen von der Deutzer Brücke in Köln entfernen. Aufgrund dieses Verhaltens gerät er ins Fadenkreuz der Nationalsozialisten, so dass er nicht nur seines Amtes als Oberbürgermeister und der Präsidentschaft des Preußischen Staatsrats enthoben wird, sondern auch Inhaftierungen erfährt.Damit beginnt für ihn eine Zeit des politischen und gesellschaftlichen Rückzugs bis 1945. Aktiven Widerstandsgruppen schließt er sich nicht an.

"Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen."

Am 4. Mai 1945 wird Adenauer, als Politiker, der sich den Nationalsozialisten verweigert hat, von den Amerikanern in sein ehemaliges Amt des Bürgermeisters von Köln berufen, am 6. Oktober jedoch von den Briten entlassen.Drei Jahre später ist er Präsident des Parlamentarischen Rates und somit maßgeblich an der Ausarbeitung des Grundgesetzes für die westlichen Besatzungstzonen beteiligt. Nach der Gründung der BRD im September 1949 wird Adenauer zum ersten Bundeskanzler gewählt und kann diese Position bis 1963 behaupten. Von 1951-55 ist er ebenfalls Außenminister der BRD.Wichtige Stationen seiner politischen Laufbahn sind die Gründung der Montanunion 1951, der Natobeitritt 1955, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der UdSSR und Heimkehr von 10000 deutschen Kriegsgefangenen aus russischen Lagern 1955, die Aussöhnung mit Israel 1953 und Frankreich 1963 sowie die Mitgestaltung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1957. Die Politik der Adenauer-Ära ist geprägt durch die enge Bindung an die Westmächte und die Ablehnung des Sozialismus.

"Eigentlich habe ich drei Leben gelebt. Das erste reicht bis 1917, das zweite umfasst die Zeit als Oberbürgermeister in Köln und das dritte nun, das begann nach dem Zusammenbruch."