Gesundheit am K-A-G

Im Oktober erreichte uns eine Anfrage der RP nach dem Thema Gesundheitserziehung am KAG. Wie immer in solchen Fällen, werden immer nur kurze Auszüge aus unseren Antworten veröffentlicht, die manchmal auch verzerrend sind. Weil der Auszug im RP-Artikel eigentlich kaum wiedergibt, wie das Thema Gesundheit am KAG aufgegriffen wird, drucken wir Ihnen die Beantwortung der Fragen an dieser Stelle ab:

„1. Frage  -  Aktivitäten und Projekte im Bereich „Gesunde Ernährung“:

Koch-AG-Es gibt am KAG eine Koch-AG für die Klassen 7 (teilweise Kl. 6). Dort erstellen die Schülerinnen und Schüler kleinere Mahlzeiten in unterschiedlicher Zusammensetzung. Das Thema „gesunde Ernährung“ wird hier eher durch die selbstständige Herstellung von Speisen erlernt (z.B. Vollkornbrötchen und Rohkost) als durch Theorie – dafür reicht die Zeit oft nicht, denn manche Kinder haben noch niemals eine Kartoffel geschält, wenn sie in der Koch-AG starten. Allerdings werden doch auch Dinge gekocht, die Kinder eben lieben, z.B. Pizza und Hamburger.  Aber dann eben selbstgemacht und nicht als Fertiggericht.

-Je nach Wahlverhalten der Schüler im Differenzierungsbereich wird das Fach Ernährungslehre in den Klassen 8 und 9 angeboten. Dort liegt der Schwerpunkt einerseits auf der molekularen Zusammensetzung der Nahrung und den sich daraus ergebenden Zubereitungsweisen. Gesunde Ernährung, Sinn und Unsinn von Ernährungstrends (z.B. Proteinshakes, Smoothies, Diäten, Vitaminpillen) sind durchgehend Themen und werden dann auch in einzelnen Projekten vertieft.

Frage 2: Hygiene, Impfaufklärung,  gesundheitsfördernde Effekte von Bewegung gegen Übergewicht, Haltungsschäden im Unterricht

Generell ist das Thema „Mensch“ ein Komplex, der sich durch den Biologie-Lehrplan der gesamten Sekundarstufe I zieht.  An unterschiedlichen Unterthemen werden  in der Regel zuerst die Anatomie, und physiologische Vorgänge (z.B. Verdauung, Stoffwechsel etc.) betrachtet, aber dann auch immer wieder der Aspekt Gesundheit und Prophylaxe thematisiert und erarbeitet, ggf. werden Handlungsalternativen zu falschen Verhaltensweisen vermittelt.

Bsp. I  Thema: Verdauung in der Klasse 5/6:  Erstes Verstehen der Nahrungszusammensetzung und Verdauungsvorgänge und danach dann als Thema  „Gesunde Ernährung“.

Bsp. II Thema: Knochen und Gelenke: Vermittlung des Baus der Knochen, Funktion der Gelenke, Auswirkungen von Haltungsschäden, falschem Tragen, Sitzen etc. auf die Wirbelsäule.

Bsp. III  Thema: Zähne:  Kennenlernen der Zahntypen in Kombination mit Zahnformeln (z.B. als Merkmal bestimmter Tierarten) und natürlich richtige Zahnpflege und Gefahren von Zuckerkonsum/ Softdrinks.

Bsp. IV  Thema: Immunsystem in Klasse 9 – Kennenlernen der Immunzellen, Ablauf von passiver und aktiver Immunisierung, Vergleich des eigenen Impfstatus mit der Empfehlung  der Ständigen Impfkommission (STIKO), Prophylaxe von Erkältungskrankheiten, im Zusammenhang mit dem Thema Sexualkunde auch z.B. Prophylaxe vom sexuell übertragbaren Krankheiten.

Daraus können Sie sicherlich entnehmen, dass im Biologie-Unterricht die von Ihnen angefragten Themenkomplexe immer wieder aufgegriffen werden, fachlich unterrichtet und Handlungsalternativen entwickelt und angeboten werden.  Im Fachunterricht der Sek. II  wird entsprechend durch die Vermittlung des Themas  „Muskelphysiologie“ die Förderung gesundheitlicher Effekte  durch Training und die Gefahren des Dopings erarbeitet.  Und die hier genannten Bsp. für Gesundheitserziehung im Biologieunterricht stellen nur einen  Ausschnitt dar.

Auch die Nachfrage bei den Sportkollegen ergab, dass die Themen richtige Bewegung, Vorbeugung von Haltungsschäden, Vermittlung von richtigen Trainingsstrategien in Kombination mit Ernährungsfragen immer wieder in verschiedenen Unterrichtsvorhaben aufgegriffen werden, Bsp. hierfür sind der Block Fitness, Ausdauer und Ernährung in Klasse 9 und auch Krafttraining, bewusste Ernährung und gesunder Rücken. In der Oberstufe ist es abhängig vom gewählten Sportprofil, inwiefern diese Themen aufgegriffen werden.

SporthelferUm den Schülerinnen und Schülern mehr Anreiz für Bewegung in der Pause zu liefern, leihen unsere Sporthelfer in den Pausen Spiel- und Sportgeräte aus. Außerdem gibt es zahlreiche Sport-AGs am KAG, die Sport als Freizeitangebot attraktiv vermitteln. Die  Kooperation mit anderen Schulen in diesem Bereich, bewirkt eine Vielzahl von Sportangeboten im AG-Bereich für die Schülerinnen und Schüler.

Auch wenn wir immer mal wieder Kinder und Jugendliche in der Schule dabei beobachten, dass sie Softdrinks oder gar Energydrinks mitbringen und konsumieren, ist der Gesamteindruck der, dass die Elternschaft unserer Schule schon darauf achtet, dass die Schülerinnen und Schüler gesunde Getränke und gesundes Essen einpacken. 

Gesunde ErnährungMan weiß durch die Forschung, dass Menschen evolutionär bedingt  zwar einerseits dazu neigen, bei einem Angebot von Zucker – egal in welcher Form - immer zuzugreifen, andererseits ist es aber auch so, dass Ernährungsgewohnheiten erlernt sind, und man  mit zunehmendem Alter bei der Nahrungsauswahl immer mehr bereit ist, auf Wissen zurückzugreifen (Bsp.  greift eher mal zu Obst, weil man gelernt hat, dass es gesund sein soll).  Daher  kann und darf die Schule nicht auf die Wissensvermittlung auf dem Gebiet Gesundheit und Ernährung verzichten, denn über die  Werbung und die Medien werden sehr viele widersprüchliche und falsche Inhalte über Ernährung vermittelt (Bsp. „Nimm 2 oder Kinderschokolade“ als gesunde Snacks).

In den Pausen haben die Schülerinnen und Schüler am KAG die Möglichkeit, sich in der schuleigenen Mensa mit Essen zu versorgen. Neben belegten Brötchen, Getränken und Snacks werden auch Obst und Obstsalat angeboten. Der Caterer hat den Anspruch, ein ausgewogenes, gesundes Angebot zu machen.

Frage 3: Würden wir uns größere Spielräume in den Lehrplänen zur Thematisierung der oben genannten Themen wünschen?

Mehr Raum für wichtige Themen im Unterricht zu haben ist nie schlecht und die Umstellung des Schulsystems auf zentrale Abschlussprüfungen etc. bewirkt natürlich, dass man einzelne Themenbereiche nicht beliebig ausdehnen kann. Aber ich hoffe, Sie konnten erkennen, dass die von Ihnen abgefragten Themen am KAG im Schulleben und im Lehrplan fest  verankert sind und auch vermittelt werden.

Meine ganz persönliche Einschätzung zu dem Thema ist allerdings die, dass es nicht die mangelnde Vermittlung von gesunder Ernährung oder Bewegung im Schulunterricht ist, die unsere gesellschaftliches Problem des zunehmenden Übergewichtes und des Bewegungsmangels beeinflussen, sondern eher unser Lebensstil: Kein Mangel an Essen, sehr günstige Preise für Süßigkeiten und Softdrinks  in Kombination des erhöhten Stresses in Familien, der dadurch ausgelöst wird, dass beide Eltern arbeiten und keiner mehr Zeit und Lust hat, gemeinsam zu kochen plus die permanente Verfügbarkeit von Unterhaltung durch Medien.  Kinder lernen in der Schule sehr viel über Gesundheit und Bewegung,  es sind eher die Eltern, die darin unterstützt werden sollten, manchmal unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen. „

Christine Bräuer