Tag für Afrika

Für uns hier in Deutschland ist es kaum vorstellbar, dass Mädchen nicht zur Schule gehen dürfen, weil die Familie nicht genug Geld hat. In vielen Ländern in Afrika ist das Alltag.

Um afrikanische Länder zu unterstützen, gibt es jedes Jahr den sogenannten „Tag für Afrika“.

Der „Tag für Afrika“ ist ein Projekt der Hilfsorganisation „Aktion Tagewerk“ in Zusammenarbeit mit „Brot für die Welt“ und „Human Help Network“. An diesem Tag arbeiten Schülerinnen und Schüler einen Vormittag lang in einem Unternehmen und bekommen dafür einen bestimmten Stundenlohn. Diesen Stundenlohn spenden sie für Bildungsprojekte in Afrika.

Am 11. Juli 2017 nahm das Konrad-Adenauer-Gymnasium bereits zum sechsten Mal am Tag für Afrika teil. In diesem Jahr mit der Klasse 9b. Dabei wurden 15 Plätze von der Stadt auf dem Betriebshof zur Verfügung gestellt, fünf von Ara und jeweils weitere fünf vom CBT-Wohnhaus St. Frankziskus und der Lebenshilfe. Die sozialen Einrichtungen CBT und Lebenshilfe spendeten selbstverständlich nicht selbst. Hier übernahm die Stadtsparkasse Langenfeld die Kosten.

Drei Schüler der Klasse suchten sich selbstständig einen Platz, sodass es sogar zu einem Überhang an Plätzen kam.

Der Tag begann für alle Schülerinnen und Schüler zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Uhr. Jeder tat etwas Anderes und ging somit mit anderen Erfahrungen nach Hause.

Nach der Arbeit am Vormittag gab es für alle im Betriebshof eine Pressekonferenz. Dabei waren die Reporter verschiedener Zeitungen anwesend ebenso wie Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider, Holger Unterhuber von der Stadtsparkasse Langenfeld und Bastian Steinbacher vom Betriebshof, genauso wie Hans-Peter Speidel, Lehrer am K-A-G, und Johanna Franken (EF) von Aktion Tagwerk, die den Tag gemeinsam organisiert haben. Schulleiter Stephan Wippermann-Janda und Sabine Gass vom CBT waren ebenfalls anzutreffen.

Als erstes dankte der Bürgermeister den Schülerinnen und Schülern für deren Engagement und berichtete kurz von eigenen Erfahrungen, die er in Afrika gemacht hatte. Herr Speidel übernahm die Leitung des Projektes am K-A-G dieses Jahr von Herrn Jommersbach. „Es ist interessant und spannend. Daher ist der Tag für Afrika eine gute Idee“, findet der Lehrer. Er hätte aber gar nicht die Hauptarbeit gemacht, sondern diese machte Johanna Franken. In diesem Jahr setze sich Aktion Tagwerk besonders für die Gleichstellung von Mädchen und Jungen ein. „Wenn Mädchen die Schule nicht früher abbrechen müssen oder überhaupt erst zur Schule gehen können, sind sie besser über Themen wie Gesundheit informiert. Sie heiraten später, bekommen später Kinder und dadurch sinkt das Bevölkerungswachstum“, erklärt Johanna.

Der Hauptbestandteil der Pressekonferenz bestand daraus, dass die Schülerinnen und Schüler von ihren Eindrücken an diesem Tag berichteten:

Im CBT betreuten die fünf Schülerinnen die Bewohner. Sie spielten mit ihnen „Mensch ärgere dich nicht“, halfen beim Essen oder lasen aus einem Buch vor. Zudem wurde sehr viel gequatscht.

In der Lebenshilfe ging es ähnlich zu. Dort hatten die Schülerinnen und Schüler mit gehandicapten Menschen Kontakt. Dies geschah laut Hannah Langefeld auf einer entspannten Ebene. „Es ist schön, etwas Soziales zu machen. Man bekommt ganz andere Eindrücke als bei einem üblichen Praktikum“, meint die 15-Jährige.

Beim Betriebshof konnte man unterschiedliche Dinge machen. Während Robin Münks im Bereich Landschaftsbau war, ist Tim Schilbe mit dem Müllwagen mitgefahren. Robin jätete an dem Tag Unkraut vor der Sparkasse, was der Leiter der Sparkasse gleich mal mit einem Lächeln quittierte. Zudem fuhr er in der Stadt herum und bewässerte Pflanzen.

Tim holte an diesem Tag Schrott ab und brachte diesen weg. Frank Scheider meint, er bewundere die Männer, die täglich dieser Arbeit nachgehen. „Man merkt, was man getan hat im Gegensatz zum Schreibtischjob.“

Bei Ara schaute Chiara Winter sich die Produktion an. „Es war interessant zu sehen, wie ein Schuh entsteht“.

Laut Frank Schneider hatte der „Tag für Afrika“ in diesem Jahr aufgrund des G20-Gipfels in Hamburg einen aktuellen Anlass. Denn auch dort war Afrika ein großes Thema.

„Man kann vor Ort mit ganz einfachen Dingen helfen“, meint der Bürgermeister.

Insgesamt konnten durch den Tag 1 200€ gespendet werden. Bedenkt man, dass schon für 5€ eine Kinderfamilie in Ruanda Saatgut erhält, um ein Jahr lang einen Gemüsegarten betreiben zu können, ist das eine ganze Menge.

Franka Nordmann (9b)