Großes am K-A-G

"Eine Milliarde für Güllen, wenn jemand Alfred Ill tötet. [...] Gerechtigkeit für eine Milliarde." Dies fordert Claire Zachanassian von ihrem Heimatdorf Güllen in der Tragikomödie "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt.

Genau mit diesem Buch setzte sich der KuLt-Kurs der Stufe 9 unter der Leitung von Abigail Geise intensiv auseinander. Das monatelang einstudierte Theaterstück war endlich bühnenreif und so lud der Diff-KuLt-Kurs am 29.06.2017 um 19:30 Uhr in die Aula ein.

Das verarmte Güllen, dargestellt durch Kartons, die im Laufe des Stücks für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, ist die Anfangsszene. Das anfängliche Schweigen verwandelt sich schnell bei der unerwartet frühen Ankunft Claire Zachanassians in große Panik. Claire, die wie alle anderen Figuren von verschiedenen 9. Klässlerinnen verkörpert wird, kehrt nach 45 Jahren in ihr Heimatdorf Güllen zurück, um sich die Gerechtigkeit zu kaufen. Trotz wechselnder Besetzung der verschiedenen Charaktere ist durch die gleichbleibenden Outfits und Accessoires gut zu erkennen, welche Figur sich gerade auf der Bühne befindet.

Claire Zachanassian verspricht Güllen tatsächlich eine Milliarde, verlangt aber als Gegenleistung den Tod ihres ehemaligen Liebhabers Alfred Ill. Diese Forderung spaltet die Gemeinde von Güllen. Einerseits brauchen sie die versprochene Milliarde, andererseits möchte sich keiner mit Blut bekleckern. Durch gekonnte Betonung der Texte sowie Gestik und Mimik zeigen die Darstellerinnen den Zuschauern sehr gut die missliche Situation der Güllener. Da nicht nur auf der großen Bühne, sondern auch auf zwei kleineren Bühnen im Zuschauerraum und den Gängen zwischen den Zuschauern gespielt wird, ist das Publikum mit ins Stück eingebunden.

Für einen noch besseren Spannungaufbau bzw. -erhalt sorgen zum Beispiel die von der Licht- und Bühnentechnik eingespielten Zuggeräusche. Auch die von Nico Pelz live gespielte Gitarrenmusik passt perfekt zu jedem Akt.

Da die Tragikomödie"Der Besuch der alten Dame" nicht nur ernst und traurig ist, ist es das Theaterstück natürlich auch nicht. Sowohl die ernsten und traurigen als auch die lustigen und humorvollen Szenen scheinen bis ins kleinste Detail durchgeplant und daher sehr gelungen. Durch die zwei Pausen kann das Bühnenbild mehr verändert werden, als es während der laufenden Aufführung schon getan wird.

Mit Alfred Ills Tötung endet das Stück. Somit erhält Claire ihre Gerechtigkeit und die Kleinstadt Güllen eine Milliarde.

Bis zum Ende hin ist jede Darstellerin voll und ganz in ihrer jeweiligen Rolle. Nach der sehr gelungenen Aufführung, die vom Publikum mit großem Applaus gewürdigt wird, sind sowohl die Darstellerinnen Laura Andrijevic, Luci Dreser, Clara Müller, Lena Riemer, Enya Tuchenhagen, Hannah Langefeld, Aaliyah Salis, Sarah Beutler, Melanie Ciesinski R., Charlotte Haltenhof, Lisa Lünenschloß, Clara Neumann, Anna Nguyen, Annika Rücker, Sarah Schapitz, Mathilda Jipps, Jula Kuhlmann, Kira Marquardt, Monja Schock, Lucie Wulf, Juline Zwirner und Lea Eschweiler, als auch Abigail Geise sehr stolz auf das, was sie auf die Bühne gezaubert haben. Die eine oder andere muss vor Freude, aber auch vor Trauer, dass jetzt alles zuende ist, ein Tränchen oder zwei verdrücken.

 

Ein schöner Abschluss für einen gelungenen Abend.

Leah Hüttermann (9b)