Ein herausforderndes Matheturnier!

Es ist Donnerstag, der 19.09.2019; nachmittags. Auf WhatsApp eine hitzige Diskussion: „Wir sollten die Themen aufteilen. Mindestens zwei sollten Kapitel 4 und mindestens zwei Kapitel 5 bearbeiten. Die sind sehr komplex.“ „Also ich habe bis jetzt alles bis Seite 19 verstanden.“ „Also ich kann Thema 4 machen, wenn das noch jemand mit mir macht.“ Gegen halb 10 dann: „Thema 7 sollten die machen, die Kapitel 4 machen, das baut komplett darauf auf.“ „Kann ich machen.“ Um halb 12 dann: „Thema 7 baut gar nicht auf Kapitel 4 auf. Wir sollten uns das auf jeden Fall noch einmal im Zug angucken!“

Aber warum das Ganze? Um was für Themen geht es hier überhaupt? Mathe!

Am Freitag, den 20.09.2019, fand das jährliche Bonner Matheturnier statt. Dies ist ein Teamwettbewerb, an dem fünf Schüler der Oberstufe teilnehmen und gemeinsam Aufgaben lösen. Vormittags müssen in einer Stunde möglichst viele kurze Knobelaufgaben aus allen möglichen Themenbereichen der Mathematik, die in der Schule behandelt werden, bearbeitet werden. Nachmittags hat man dann 90 Minuten Zeit, um eine große Aufgabe zum Thema des Turniers zu bearbeiten. Dieses Jahr war es „Mathematik in der Raumfahrt“. Dazu bekommen die Teilnehmer vorher vorbereitendes Material, das sie sich selber aneignen müssen. Und deswegen auch die Diskussion auf WhatsApp einen Abend vorher. Denn wer ist schon so organisiert, dass er sich schon früher das ganze Material durchliest?

Thema des Wettbewerbs

Dieses Jahr war das Material besonders schwer und umfangreich. Es umfasste um die 50 Seiten und hatte nicht nur einen komplizierten Mathe-, sondern auch einen nicht zu vernachlässigenden Physikanteil.

Am Freitagmorgen traf ich mich also mit Ulrike Walter, Lukas Höpfner, Lennard Ehlers (alle Q2) und den begleitenden Lehrern Marion Schröer und Veronique Haase am Bahnhof in Langenfeld, um gemeinsam nach Bonn zu fahren. Auf der Zugfahrt wollten wir uns eigentlich noch einmal das Vorbereitungsmaterial durchlesen, doch immer wieder fing man ein neues Gespräch an, lachte und scherzte, sodass dieses irgendwann doch zur Seite gelegt wurde.

An der Campusmensa Poppelsdorf in Bonn angekommen, setzen wir Schüler uns an unseren Tisch und die Lehrer an den ihnen zugewiesenen. Denn in der ersten Runde des Turniers fungiert ein Lehrer einer anderen Schule an dem Schülertisch als Schiedsrichter.

Schon in der ersten Runde, der Staffel, zeichnete sich ab, dass der Wettbewerb dieses Jahr deutlich schwieriger als letztes Jahr werden würde. Mit nur 100 von 500 erreichten Punkten lagen wir dieses Jahr eher im Mittelfeld. Im Vorjahr hätten wir damit weit hinten gelegen. Manche Schulen erreichten sogar nur 30 Punkte, d.h. sie konnten nur eine Aufgabe lösen, denn je nach Schwierigkeit gab es 20 oder 30 Punkte für eine Aufgabe.

Nach dem Mittagessen, es gab wie jedes Jahr Lasagne, gingen wir erst einmal spazieren, um den Kopf wieder frei zu bekommen.

Um halb 2 ging es weiter mit dem zweiten Teil des Wettbewerbs, der „Sum of Us“. Die Themen waren schnell verteilt, schließlich hatte jeder nur 1-2 Themen bearbeitet. So musste man nur gucken, welche Aufgabe zu welchem Thema war, und schon konnte es losgehen. 90 Minuten knobelten und rechneten wir, bevor auch diese Runde zu Ende ging. Eigentlich hatten wir ein gutes Gefühl. Die Aufgaben wirkten ähnlich wie die aus dem Vorbereitungsmaterial, nur mit anderen Zahlen und leicht geänderten Szenarien. Doch später die Ernüchterung: wir erreichten nur 110 von 500 Punkten und lagen damit wieder eher im Mittelfeld.

Interview mit einer Astronautin

Nach der zweiten Runde mussten die Aufgaben ausgewertet werden und das hieß für uns Nachmittagsprogramm mit Insa Thiele-Eich, der ersten deutschen Astronautin. 90 Minuten wurde sie erst von den Moderatoren des Turniers interviewt und stellte sich später unseren Fragen.

Gegen 16.30 Uhr fand die Siegerehrung statt. Und auch hier zeichnete sich ab, was vorher schon vermutet wurde: alle erreichten erschreckend wenig Punkte.

Doch am Ende des Tages war es ein Turnier, bei dem man gemeinsam sehr viel Spaß haben konnte, sogar mit Mathe 😉.

Franka Nordmann (Q2)