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Schulbrief zum Schulbeginn 2020

Liebe Schulgemeinde,

zum Schulbeginn ein etwas späterer Schulbrief, ich wollte den Start in das „normale“ Schulleben abwarten.

Über die Maskenpflicht ist viel geschrieben worden, die Mehrheit der Mails, die ich dazu von unseren Eltern bekomme, lehnt diese Pflicht ab. Manche Mails haben dazu leider auch einen wenig höflichen Ton, aber die Zeiten sind leider sowieso sehr angespannt.

Generell bin ich erstaunt, wie viele Einzelfallentscheidungen dazu nötig sind, die sich der generellen Regelung entziehen. Aber dafür schicke ich regelmäßig Anfragen an das Kreisgesundheitsamt in Mettmann los, dort sitzen die alleinigen Entscheider.

Im Leitungsteam des K-A-G stehen wir uneingeschränkt hinter der Maskenpflicht, da wir ja nun einmal täglich mitten im Zentrum  einer Großveranstaltung mit 1200 Menschen stehen, in einem Gebäude, das natürlich nicht für eine Pandemie gebaut wurde.

Ich denke, als Menschen mitten in dieser Situation können wir die Risiken sehr gut beurteilen. Inzwischen ist ja auch deutlich geworden, dass die vielen Elternverbände eines gemeinsam haben: Sie fordern das Abschaffen der Maskenpflicht, sie wollen absolut keinen digitalen Unterricht mehr und die Reisefreiheit – auch in benannte Risikogebiete – steht ja nun gar nicht zur Debatte. In der Summe entspricht das der Forderung, auf Corona keine Rücksicht mehr zu nehmen. Insofern nehmen wir mit der Unterstützung der Maskenpflicht auch unsere pädagogischen Leitlinien wahr, die jungen Menschen auch an ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen zu erinnern, denn die allermeisten unserer Schüler haben nun ja auch Großeltern.

Das Argument so vieler von Ihnen, dass die Schüler sich nach Unterrichtsschluss außerhalb des Schulgeländes sowieso ohne Masken knubbeln, trifft leider in sehr großem Maße auch bei uns zu. Aber mal ehrlich, wo stünden wir, wenn das Faktische uneingeschränkt zur pädagogischen Norm erhoben werden würde?

Wir versuchen natürlich alles, unter den gegebenen Umständen eine Gleichwertigkeit von Präsenzunterricht und digitalem Unterricht herzustellen. Wir hoffen, dies durch eine Tandemlösung, die für alle Lerngruppen einer Stufe oder eines Faches die gleichen Ausgangsbedingungen schafft, weitestgehend zu erreichen.

Ein schöneres Thema: Wenn Sie einmal in der Schule waren, können Sie sehen, dass die Baustelle nun im Vollbetrieb ist. Das beeinträchtigt zwar manchmal den Unterricht, auf der anderen Seite freuen wir uns, dass wir nun dem so notwendigen Verwaltungsneubau entgegensehen können.

Leider kämpfen wir weiter vergeblich gegen den auf unserem offenen Schulhof herrschenden nächtlichen Vandalismus an. Wir haben von der Stadt für teures Geld vor ein paar Monaten ein paar Bänke für die Verbesserung des Verweilens dort bekommen, aber vier dieser sehr stabilen Stahlbänke sind bereits jetzt schon irreparabel wieder zerstört und entfernt worden. Ich finde Vandalismus eh eine der nicht zu fassenden Arten von Frustbewältigung. Ich habe es aber noch nie erlebt, dass man so idiotisch sein kann, seinen nächtlichen Versammlungsort zum ausschweifenden Alkoholkonsum – an der allabendlichen Vermüllung leicht zu erkennen – einfach selbst zu zerstören. Schade für uns als K-A-G, denn wir haben ja die Luxussituation eines wirklich großen Schulgeländes, eine Verschönerung zu erreichen, bleibt aber vorerst ein reiner Wunschgedanke.

Ihnen allen wünsche ich einen schönen und weiterhin gesunden Restsommer, behalten Sie die Nerven in dieser nicht immer einfachen Zeit!

Stephan Wippermann                              23. August 2020