Notfallseelsorge

Seit kurzer Zeit hat das KAG nun in Frau Daub-Smoch nicht nur eine ev. Religionslehrerin, sondern auch eine so genannte Notfallseelsorgerin. Da diese Bezeichnung jedoch nicht jedem etwas sagt, doch Anerkennung verdient, war das folgende Interview dringend notwendig.

 

Frau Daub

Wie kamen sie auf die Idee sich zu einer Notfallseelsorgerin fortbilden zu lassen und was ist Notfallseelsorge eigentlich?

Es gibt dafür verschiedene Gründe. Zum einen gehöre ich seit einiger Zeit zum Krisenteam der Schule und zum anderen stand ich schon in der Vergangenheit in Krisensituationen oder bei Todesfällen in der Schule als Ansprechpartnerin zur Verfügung und wollte diese Erfahrung gerne weiter ausbauen bzw. für die Zukunft besser vorbereitet sein. Darüber hinaus finde ich diese Arbeit ausgesprochen sinnvoll.

Was versteht man eigentlich unter Notfallseelsorge genau?

Notfallseelsorge wird als Erste Hilfe für die Seele in Extremsituationen bezeichnet. Notfallseelsorger fangen die Betroffenen bzw. die Opfer in ihrer Notlage auf und helfen ihnen über den ersten Schock hinweg. Sie bleiben bei der Person bis sie sich gefangen hat oder bis Angehörige eingetroffen sind. Notfallseelsorge hilft in der Akutsituation. Sie ist keine Therapie, aber für die Betroffenen durchaus heilsam. Und natürlich helfen Notfallseelsorger jedem Menschen in einer Notlage, unabhängig von seiner Religion, Konfession oder Nationalität. Insgesamt gibt es mittlerweile 250 Notfallsysteme in Deutschland, 56 davon im Rheinland.

Sie haben da eine lila Jacke bei sich. Was hat es mit der Jacke auf sich?

Diese Jacke ist eine Schutzjacke für größere Einsätze, z. B. bei Verkehrsunfällen oder großen Schadenslagen. Die Farbe Lila unterscheidet die Notfallseelsorger von den anderen Rettungskräften, so dass es nicht zu Verwechslungen kommt.

Wie genau darf man sich die Fortbildung selbst vorstellen?

In den insgesamt 5 Fortbildungen lernte man die Betroffenen in ihrer Not aufzufangen. Wobei diese Not sehr unterschiedlich sein kann je nachdem, ob es sich um plötzliche Todesfälle, Unfälle, Notlagen mit Kindern o. ä. handelt. Hierzu wurden auch Planspiele genutzt, welche sehr realitätsnah waren um so das Gelernte richtig anwenden zu können. Auch Gespräche mit Betroffenen von Katastrophen, z. B. des Tsunamis waren Teil der Fortbildung. So konnte man aus erster Hand erfahren, welche Bedürfnisse Menschen in einer solchen Situation wirklich haben. Die Zusammenarbeit mit den anderen Rettungskräften und Polizeibeamten war auch sehr lehrreich. Regelmäßige Weiterbildungen sind außerdem Pflicht für Notfallseelsorger.

Was haben sie aus den Fortbildungen mitgenommen?

Vor allem habe ich viel darüber gelernt wie sich Menschen in Extremsituationen verhalten, die ohne jede Vorwarnzeit über sie hereinbrechen. Hoffe das Beste, doch plane für das Schlimmste ist ein Grundsatz der Notfallseelsorge und zeigt, wie wichtig Vorbereitung ist. Dennoch kann man sich nicht auf jede Situation vorbereiten und muss dann auf die eigenen Kräfte vertrauen können. Darin haben mir die Fortbildungen sehr geholfen.

Das Interview führte Marco Ernst (Jgstf. 13)