Von Krisen und ihrer Bewältigung

Liebes- und Lebenskrisen: die kennt jeder. Und wenn man sie nicht selbst erlebt hat, dann konnte man am Mittwoch, den 5. Juli 2017, um 19:30 Uhr die einiger Musical-Helden in der Aula des K-A-Gs mitdurchleben.

Jeder der sieben Solisten hatte sich während der fünftägigen Arbeit in dem Workshop ein oder zwei Stücke herausgesucht, die er dann schließlich, eingerahmt von Ensemble-Nummern, nur auf dem Klavier begleitet vorgesungen hat. Das alleine fordert eine große Portion Mut.

Hinzu kommt, dass, um die Krisen überzeugend darzustellen, viel Gefühl in die einzelnen Auftritte gelegt werden muss, wobei Töne und Text sicher sitzen müssen. Dementsprechende Nervosität lag in den Blicken der angehenden Sänger, als sie gemeinsam das Eröffnungslied „Lass uns neu beginnen“ aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“ anstimmten.

Schon ist das Lied vorbei, die erste Solistin tritt auf die Bühne, und das Konzert kann offiziell beginnen.

Zwischen Liebeskummer und Fernweh, Verzweiflung und Ratlosigkeit, lockerten Lieder wie „Nimm das Leben beschwingt“, oder besser bekannt unter dem Originaltitel „Always look on the bright side of life“, die bedrückte Stimmung deutlich auf, sodass das Publikum die Gelegenheit ergreifen und beim Refrain fleißig mitsingen- und klatschen konnte. Die Ausgelassenheit, die danach in der Luft lag, konnten Zuschauer und Chormitglieder förmlich greifen, bevor die Stimmung erneut von einer gewissen Schwere ergriffen wurde.

Klingt nach einem emotional anstrengenden Abend? Nun ja, nicht, wenn man einen weiteren Faktor berücksichtigt: 

Vor jedem Auftritt trug Herr Pytlik einen passenden Text zu der jeweiligen Lebenskrise vor, gefolgt von einer sorgfältig durchgeführten Internetrecherche, die nützliche Tipps hinsichtlich der Bewältigung ebendieser Krisen zur Verfügung stellte. So unterhaltsam diese  ernstgemeinten Tipps, welche von dem Vorschlag einer Reinkarnationstherapie bis hin zu der richtigen Ausstattung für eine Revolution reichten, auch gewesen sein mögen – am amüsantesten zu beobachten war doch Herrn Pytliks offensichtliches Vergnügen daran, den Zuschauern diese Ratschläge mit einem möglichst ernsten Gesicht zu vermitteln. Bis er bei den Krisentipps zu „Die Schöne und das Biest“ eine lange Reihe von noch längeren Beauty-Produkt-Namen vorliest und an dem letzten Kettenwort hoffnungslos scheitert. Da war es dann vorbei mit der ernsten Miene, und zusammen mit dem Publikum brach er in schallendes Gelächter aus.

Zu guter Letzt bleibt nur noch zu sagen, dass der Musical Workshop eine tolle Gelegenheit bietet, an seiner Stimme zu arbeiten und erste Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln.

Tatsächlich war dieses Mal noch reichlich Platz in der Aula – kommt deswegen nächstes Jahr doch auch einfach mal vorbei!

Adriane Helios (Q1)

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