„Alles versteckt sich hinter Masken“

So zumindest äußert sich der rachsüchtige Käpt’n Ahab in dem Theaterstück „Moby Dick“, welches am Montag, den 3. Juli 2017, um 19:00 Uhr in der Aula des K-A-Gs von dem Q1-Literatur-Kurs aufgeführt wurde.

Ein ganzes Schuljahr hat sich dieser Kurs nun mit der Geschichte rund um Käpt’n Ahab und dessen Besessenheit, den weißen Wal Moby Dick zu harpunieren, da er Ahab einst sein Bein nahm, beschäftigt und kann seine Mühen endlich in einem zweistündigen Programm mit Kuchen- und Brezelpause präsentieren.

Es ist rappelvoll in der Aula. Zwischen den Stuhlreihen sind einzelne Podeste platziert, die momentan noch verlassen daliegen, aber schon bald für die Erzähler, welche die gespielte Handlung unterstützen und einrahmen, eine Bühne darstellen. Herr Pytlik sagt ein paar einleitende Worte und schon geht es los. Und das Publikum lauscht.

Lauscht dem kameradschaftlichen Schunkeln und Gesang, den unheilvollen Botschaften, die von mysteriösen Fremden überbracht werden, den griesgrämigen Geistlichen, den Geschichten rund um einen gefährlichen weißen Wal und dem obsessiven Verlangen eines Kapitäns nach Rache. Bis der Ausruf „Tod dem Moby Dick!“ zum wiederholten Male unisono durch die Aula peitscht, das Blatt sich wendet, und das Meer zum Leichentuch wird. Untermalt von musikalischen Einlagen und einem Lichtspiel, das natürliche Blitze ersetzt, und somit eine bedrohliche Unwetterstimmung hervorruft.

All dies passiert in der Aula, bevor das Klatschen beginnt und die einzelnen Darsteller zum Abschied die Bühne betreten, frei von ihren Rollen, mit einem Lächeln im Gesicht. Und als Lorenz, der Käpt’n Ahab ganz allein verkörpert hat, auf die Bühne kommt, jubeln die Zuschauer besonders laut. Und zwar nicht nur, weil er die Rolle überzeugend verkörpert hat. Sondern auch wegen Herrn Pytliks Worte vom Anfang, die keinem der Menschen inmitten der Stuhlreihen so ganz aus dem Kopf gegangen sind: Aufgrund eines Ausfalls musste Lorenz nicht nur, wie zunächst vorgesehen, die halbe Rolle des Käpt’n spielen, sondern die ganze, und dementsprechend in den letzten zwei Wochen schnell noch die andere Hälfte Text dazulernen. Deshalb solle man ihm bitte mögliche Texthänger verzeihen. Aber dieses gespannte Warten der Zuschauer wurde nicht entladen, der Text kam sicher und ohne merkliche Fehler. Entsprechend tosend war der Beifall.

Abschließend bleibt also nur zu sagen, dass es sich in jedem Fall gelohnt hat, zusammen mit Käpt’n und Crew auf Waljagd zu gehen – so tragisch diese auch geendet haben mag.

Adriane Helios (Q1)

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